Eine großartige Arbeit

5 Jahre Tafel in RahdenKarl-Heinz Schlüter (rechts) vom Förderverein der Tafel und Bürgermeister Bernd Hachmann (links) haben Helga Berghorn-Detering und Heide Brinkhoff (vorn 3. und 4. von links) sowie dem ganzen Team gratuliert und sich für das ehrenamtliche Engagement bedankt.

Von Elke Bösch

Rahden (WB). Vor fünf Jahren – am 4. Juni – ist in im evangelischen Gemeindehaus zum ersten Mal die Ausgabestelle Rahden der Lübbecker Land Tafel geöffnet worden. An diesem Tag haben Ehrenamtliche Lebensmittel an bedürftige Menschen verteilt.

 

Diesen Geburtstag nahm der Vorsitzende des Fördervereins der gemeinnützigen Einrichtung, Karl-Heinz Schlüter, zum Anlass, besonders das Engagement der freiwilligen Helferinnen und Helfer zu würdigen: »Sie leisten eine großartige Arbeit. Tausende von Stunden haben die Ehrenamtlichen geleistet. Ohne sie funktioniert die Arbeit der Tafel nicht. Deshalb gebührt Ihnen unser Respekt und unser Dank.«

Schlüter blickte auch zurück: »Als wir damals Räumlichkeiten in Rahden suchten, ging alles sehr schnell. Nach dem ersten Kontakt dauerte es nur acht Wochen bis zum ersten Mitarbeitertreffen. Damals gab es 30 Helfer und zehn Personen standen noch auf der Warteliste. Dass in Rahden alles so schnell funktionierte, dazu hat die evangelische Kirchengemeinde – damals mit Pfarrer Stefan Thünemann und Pfarrerin Micaela Strunk-Rohrbeck – maßgeblich beigetragen. Sie haben uns mit offenen Armen empfangen und mit dem Gemeindehaus hat die Tafel das ideale Gebäude gefunden.«


Zahl der Kunden steigt

Und dass die Einschätzung, die Tafel werde in Rahden gebraucht, richtig gewesen sei, zeigten die Zahlen der Kunden. Immer donnerstags von 9.30 bis 11.30 Uhr werden Lebensmittel an Erwachsene für einen Euro und Kinder für 0,25 Euro ausgegeben. Etwa 75 Haushalte mit 170 Mitgliedern, davon 70 Kinder, würden versorgt. Besonders hervor hob Schlüter das Alleinstellungsmerkmal in Rahden. »Die Mitarbeiter bieten mit den Leiterinnen der Ausgabestelle, Helga Berghorn-Detering und Heide Brinkhoff, den Kunden Aktionen wie Porträtfotos der Haarschnitte an«, sagte Schlüter anerkennend.

Wenn es die Tafel Lübbecker and nicht gäbe, müssten wir sie erfinden.

Bürgermeister Berd Hachmann

Auch Bürgermeister Bernd Hachmann gratulierte zum fünften Geburtstag und dankte den Ehrenamtlichen. Er konnte sich ebenfalls noch gut erinnern, wie alles begann: »Stefan Thünemann und ich haben überlegt, wo die Ausgabestelle untergebracht werden kann, denn über die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung waren wir uns schnell einig. Ich war deshalb erfreut über das Angebot der Kirche, das Gemeindehaus zur Verfügung zu stellen. Ein besseres Gebäude hätten wir nicht finden können.« Die Mitgliedern der Tafel lobte Hachmann für ihren »uneigennützigen Einsatz zugunsten der Bedürftigen«.

Auch Schulranzen

Und nicht nur Porträts und Haarschnitte gebe es hier zusätzlich, sondern auch Schulranzen und Spielzeug in der Weihnachtszeit. »Sie bereiten Ihren Mitmenschen damit eine große Freude und erleichtern den Familien das tägliche Leben.« Hachmann freute sich, »dass in unsere so genannten Ellbogengesellschaft immer noch Menschen gibt, die sich ehrenamtlich für Menschen, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint hat, einsetzen.« Er dankte für die menschliche Wärme, die den Kunden gegeben werde. »Wenn es die Tafel nicht gäbe, müssten wir sie erfinden.« Als kleines Dankeschön überreichte der Bürgermeister einen Gutschein für ein Kaffeetrinken für alle Helfer im Café Creativ.

Diese Ehrenamtlichen arbeiten für die Tafel in Rahden: Silke Bartelheimer, Helga Berghorn-Detering, Heide Brinkhoff, Christine Buckermann, Heinrich Estermann, Sigrid Frerichs, Kirsten Fröhlich, Linda Gehlker, Günter Gronemeier, Ingeborg Grube, Erika Hartmeier, Irma Hartmeier, Hannelore Hensel, Ingrid John, Erika Kreft, Ingrid Laurenz, Christel Meyer, Ute Rasfeld, Renate Restemeyer, Inge Schulte, Heidi Seidel, Juliane Steinkamp und Christa Stratmann.

Pfarrerin Gisela Kortenbruck nahm für die evangelische Kirchengemeinde an der kleinen Feier teil. »Wir wünschen uns ein lebendiges Gemeindehaus, wo sich Menschen treffen, wo sie Stärkung und Hilfe erfahren«, sagte Kortenbruck. Und diese Kriterien sah sie besonders für die Donnerstage erfüllt. »Seit fünf Jahren kommen Menschen hierher, die Hilfe brauchen. Es ist ein Treffpunkt für die Betroffenen geworden und es wurden Freundschaften geschlossen. Die Kirchengemeinde zieht Nutzen daraus, weil Personen kommen, sie sonst nicht in der Kirche auftauchen. Wir können voneinander lernen«, ist Gisela Kortenbruck überzeugt. Sie dankte den Männern und Frauen, die durch ihren regelmäßigen Dienst zum Gelingen beitrügen. Von der Pfarrerin gab es als Präsent einen Beitrag zur Radtour.

Die Kirchengemeinde hat uns mit offenen Armen empfangen.

Karl-Heinz Schlüter

Die Leiterinnen: »Wir sind eine tolle Gemeinschaft. Das Gemeindehaus ist ein großes Plus. Die Pastoren bringen sich immer mit ein. Es klappt toll«, betonte Helga Berghorn-Detering. Das gelte gleichermaßen für die Zusammenarbeit mit den Hauptamtlichen in Lübbecke. »Wenn die Tafel nicht existiere, würden einwandfreie Lebensmittel in den Müll wandern. Bei dem Gedanken läuft es mir kalt den Rücken herunter«, gestand Heide Brinkhoff. Detering vergaß nicht zu erwähnen, wie hilfsbereit die Kunden sind. »Sie fassen mit an, helfen beim Auf- und Abbau.« Sabine Linz-Struckmeier sagte ebenfalls Danke. Die Hauptamtliche Mitarbeiterin aus Lübbecke erwähnte besonders das »ganz große Engagement« der Rahdener bei der Weihnachtskisten Aktion. Dem Dank und den Glückwünschen schloss sich auch die Geschäftsführerin des Arbeits-Lebens-Zentrums Minden Lübbecke, Stella Gieseler, an.

Diese Ehrenamtlichen arbeiten für die Tafel in Rahden: Silke Bartelheimer, Helga Berghorn-Detering, Heide Brinkhoff, Christine Buckermann, Heinrich Estermann, Sigrid Frerichs, Kirsten Fröhlich, Linda Gehlker, Günter Gronemeier, Ingeborg Grube, Erika Hartmeier, Irma Hartmeier, Hannelore Hensel, Ingrid John, Erika Kreft, Ingrid Laurenz, Christel Meyer, Ute Rasfeld, Renate Restemeyer, Inge Schulte, Heidi Seidel, Juliane Steinkamp und Christa Stratmann.

Quelle http://www.westfalen-blatt.de